[ Feuerwehr Götzenhain ]

Pressemitteilung vom 29. März 2009

Ein besonderes Jahr bei der Feuerwehr Götzenhain

Jahresschlussversammlung für das Jahr 2009 / Traditionelle Fahrzeugübergabe des neuen MTF 7-19 / Ein Jahr im Zeichen der Nachwuchsförderung

Fahrzeugübergabe des neuen MTF 7-19

Das Gruppenfoto zeigt von links nach rechts Stadtbrandinspektor Andreas Baumbusch, Bürgermeister Dieter Zimmer, Wehrführer Carsten Lichtinghagen, stellvertretenden Wehrführer Marco Engel, sowie Magistratsmitglied Heinz-Georg Stöhs.

Die Jahresschlussversammlung der Götzenhainer Wehr für das Jahr 2009 wurde mit einer Fahrzeugübergabe - einer langjährigen Tradition folgend - eingeleitet. So hatte die Feuerwehr am Samstag, den 20. März 2010 um 19:00 Uhr zur Schlüsselübergabe des neuen Mannschaftstransportfahrzeuges MTF 7-19 in das Feuerwehrhaus in der Dietzenbacher Straße eingeladen.

Ein Bus vom VW T5 löst ab sofort den inzwischen 16 Jahre alten VW T4-Bus ab. Bei der Neubeschaffung handelt es sich zwar um ein Gebrauchtfahrzeug mit 22.000 km, jedoch schadet diese Tatsache dem künftigen Einsatzzweck nicht - das Fahrzeug steht nach einer Aufrüstung mit Feuerwehrtechnik und -beschriftung da wie neu. Bereits seit Dezember 2009 steht der VW Bus im Götzenhainer Feuerwehrhaus und hat sich in dieser Zeit erfolgreich bewährt.

Der T5 ist länger und schwerer als sein Vorgänger, besitzt einen größeren Radstand und bietet somit mehr Laderaum. Das Fahrzeug erweist sich als sehr praktisch im Bezug auf die Verwendung bei der Jugendfeuerwehr, dem Spielmannszug und natürlich im Einsatz. Als Extra besitzt der T5 u.a. eine Klimaanlage mit getrennten Klimazonen für Front- und Heckpassagiere. Für den Kofferraumausbau ist eine variable Beladung mit zwei Kunststoffkisten vorgesehen - hauptsächlich handelt es sich hierbei um Material zum Absichern von Einsatzstellen. Speziell zum Absichern wurde im Heck unter der Kofferraumklappe ein Rückwarnsicherungsbalken eingebaut.

"Ein MTF zu besitzen ist für uns sehr wichtig, speziell im Bezug auf die Jugendfeuerwehr und den Spielmannszug", so Carsten Lichtinghagen, amtierender Wehrführer der Feuerwehr Götzenhain. "Wie sich gerade erst gezeigt hat, ist jedes Fahrzeug im Einsatz wichtig und notwendig. Z.B. beim letzten Unwettereinsatz waren in der Tat alle Fahrzeuge von allen Dreieicher Wehren im Einsatz. Hierzu zählte auch unser neues Fahrzeug, das beladen mit einer Kettensäge und ein paar Mann als eigene Einheit unterwegs war."


Im Anschluss an die Fahrzeugübergabe des neuen MTF fand um 19:30 Uhr die Jahresschlussversammlung für das Jahr 2009 statt. Als Gäste hatten sich Bürgermeister Dieter Zimmer, Magistratsmitglied Heinz-Georg Stöhs, Stadtbrandinspektor Andreas Baumbusch und Kreisbrandinspektor und Präsident des Hessischen Landesfeuerwehrverbandes Ralf Ackermann zur Versammlung in Götzenhain eingefunden.

Nach der Begrüßung durch den Vereinsvorsitzenden der Feuerwehr, Dietmar Schubert, erfolgte der Bericht des Wehrführers Carsten Lichtinghagen.

Ein besonderes Jahr im Zeichen der Nachwuchsförderung

Als ein "besonderes Jahr im Zeichen der Nachwuchsförderung" resümierte Lichtinghagen seinen Bericht über das vergangene Jahr 2009 und verweiste auf die Gründung der Jugendfeuerwehr am 10. Oktober als wichtigstes Ereignis.

Lichtinghagen zeigte sich zufrieden über das Ereignis und dankte Patrick Jung für seine Verdienste um die Etablierung der Jugendfeuerwehr. Ziele für das Jahr 2010 sind der weitere Ausbau der Jugendfeuerwehr und die Sicherung des Nachwuchses. "Jedoch ist es hiermit nicht getan. Wir müssen und auch um Quereinsteiger bemühen und beispielsweise Personen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis für die Feuerwehr begeistern", so der Wehrführer.

Entgegen dem rückläufigen Trend bei der Personalentwicklung konnte die Feuerwehr Götzenhain im vergangenen Jahr sogar noch einen leichten Zuwachs verzeichnen. Ein weiterer Kamerad ergänzt die Einsatzabteilung der Wehr, die nun insgesamt 45 Personen zählt.

Ausbildung und Unterrichte

Im vergangenen Jahr wurden von den Mitgliedern der Einsatzabteilung insgesamt 26 Übungen und Unterrichte absolviert. Im Durchschnitt zählte Lichtinghagen - wie im Vorjahr - 17 Teilnehmer bei den Veranstaltungen und sieht hier Verbesserungsbedarf.

Im Anschluss an der Personalstatistik gab Lichtinghagen einen kurzen Überblick über die interessanten Termine im zurückliegenden Jahr. Zu einem der Höhepunkte zählte sicherlich der Bahnunterricht im Februar, beim dem die Wehr Unterstützung vom Bahnmanager Martin Bucher erhielt.

Feuerwehr bedeutet lebenslanges Lernen - Fortbildung beispielsweise auch im Bereich neuer Technologien. Hierzu zählt beispielsweise das Thema Digitalfunk, in das der stellvertretende Stadtbrandinspektor Jürgen Becker der Wehr einen Einblick lieferte. "Der Digitalfunk ist eine sehr interessante und wichtige Sache, jedoch scheint das Thema auch noch sehr weit weg zu sein", unterstrich Lichtinghagen. Etwas Licht ins Dunkle brachte Ralf Ackermann im weiteren Verlauf der Versammlung.

Einer noch jungen Tradition folgend, einmal im Jahr ein besonderes Objekt zu begehen, wurde auch in 2009 die Katholische Kirche ausgewählt. Arne Bales organisierte eine Führung durch die Gebäude, bei der natürlich brandschutztechnische Aspekte beleuchtet wurden.

Im Juni fand wieder einmal Dank der Unterstützung von stellvertretendem Stadtbrandinspektor Jürgen Becker eine Übungs- und Unterrichtseinheit statt. Das Thema stellte die Leitstelle in Dietzenbach dar. Die Teilnehmer erhielten eine Führung und einen Einblick in die Technik. Eine zweite Gruppe wurde von Horst Bauch durch den Katastrophenschutzbunker geführt.

Als eine Überraschung bezeichnete Carsten Lichtinghagen das Jubiläum der Feuerwehr Buchschlag. Ursprünglich als große Veranstaltung geplant, wurde sie von Monat zu Monat herabgestuft. Schließlich fand eine "gute Jubiläumsparty rund um das Feuerwehrhaus statt, allerdings ohne großes Fest", die bei den Besuchern jedoch sehr gut ankam.

Weitere Schwerpunkte in 2009 bildeten eine Brandangriffsübung auf ein Objekt im Dreieichenhainer Industriegebiet, der Brandsicherheitsdienst anlässlich der landwirtschaftlichen Großveranstaltung "Stadt und Land - Hand in Hand", eine Forstübung und Unterrichte zu den Themen Sonder- und Wegerechte sowie Ortskunde und Fahrertraining. Insbesondere das letzte Thema öffnete vielen Feuerwehrleuten die Augen - hatte man sich doch fachkundige Unterstützung bei Klaus Schleidt aus Dietzenbach, dem Fahrlehrer und Fachmann in Sachen Straßenverkehrsordnung und Führerscheinklassen ins Haus geholt. Theorie ist die eine Seite - fahrerische Praxis die andere Seite. Hier appelierte der Wehrführer an seine Mannschaft, künftig mehr Bewegungsfahrten zu unternehmen, um mehr Routine beim Umgang mit den Fahrzeugen zu erlangen.

Eine gemütliche Weihnachtsfeier beendete die Übungs- und Unterrichtsserie im vergangenen Jahr.

Neben den eigenen Unterrichten und Übungen wurden selbstverständlich auch wieder Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene besucht. Lichtinghagen ist "sehr stolz und sehr erfreut über die zusätzlich zum Einsatz- und Übungsdienst absolvierten Lehrgänge". Die in 2009 besuchten 15 Lehrgänge gliedern sich wie folgt auf: zwei Grundlehrgänge, vier Sprechfunklehrgänge, ein Seminar Türöffnen, ein Grundseminar Atemschutz, ein Gerätewartlehrgang, ein Truppführer, ein Lehrgang Technische Hilfeleistung Verkehrsunfall, drei Maschinistenlehrgänge und ein Gruppenführerlehrgang. Den Spitzenreiter bildet Arne Bales mit drei absolvierten Lehrgängen.

59 Einsätze im Jahr 2009

Zu insgesamt 59 Einsätzen ist die Feuerwehr Götzenhain im Jahr 2009 ausgerückt: 45 Hilfeleistungseinsätze, zehn Brandlöscheinsätze und vier Fehlfahrten. Im Vergleich zum Jahr 2008 waren es zehn Einsätze mehr, jedoch glücklicherweise keine mit größeren Sach- oder Personenschäden. Die Alarmierung erfolgte u.a. zum Richten eines Storchennestes auf Hofgut Neuhof, zur nachbarschaftlichen Löschhilfe einer brennenden Gartenhütte in Offenthal, Wespen, Unwetter mit Starkregen und 27 Einsatzstellen - was sich als gutes Training für das Handling mehrerer zeitgleicher Einsatzszenarien erwies. Weiterhin erfolgte die Fahrt nach Sprendlingen zu einem brennenden Balkon im Berliner Ring, Brandgeruch in der HSV-Halle aufgrund eines überhitzter Elektromotors der Kegelbahn sowie eine geplatzte Wasserleitung in der Hügelstraße, die Wasser aus einer Lampe über dem Hauseingang laufen ließ.

Die nachbarschaftliche Unterstützung bildete sicherlich einen Schwerpunkt bei den Einsätzen im vergangenen Jahr. Leider wurde die Wehr oftmals alarmiert, obwohl sie letztlich nicht zum Einsatz kam. Um dem zu entgehen, wünscht sich der Götzenhainer Wehrführer optimierte Alarmierungskonzepte, die für das richtige Material und die richtigen Ressourcen zur richtigen zeit sorgen.

Feuerwehr-Ausschuss

Im vergangenen Jahr erfolgten drei Sitzungen des Feuerwehr-Ausschusses, bei denen u.a. die Neubeschaffung des MTF besprochen wurden. In die engere Auswahl gelangte neben dem VW T5 auch ein Opel Vivaro, der leider aus technischen Gründen ausgeschlossen werden musste. Letztlich erhielt man mit dem VW ein nicht unbedingt schlechteres Fahrzeug und konnte sogar noch einige technische Rafinessen verwirklichen.

Seinen Bericht über das besondere Jahr 2009 beendete Lichtinghagen mit dem Dank an seinen Stellvertreter Marco Engel, die Gerätewarte, den Feuerwehr-Ausschuss, die Jugendfeuerwehr und den Vereinsvorstand. Lichtinghagen lobte die gute Zusammenarbeit und richtete seinen Dank an die Stadtbrandinspektoren in Sprendlingen, die hauptberuflichen Kräfte, den Produktverantwortlichen sowie an den Magistrat.

Fünf Stadtteilfeuerwehren zusammengenommen bieten eine große Sicherheit für die Bürger

Unter dem Punkt "Gäste haben das Wort" bestätigte der Dreieicher Bürgermeister Dieter Zimmer Lichtinghagens Ausführungen über ein "ereignisreiches Jahr". Die Einsätze haben sich in einem akzeptablen Rahmen gehalten und glücklicherweise habe es keine "unter die Haut gehenden Einsätze" gegeben.

Zimmer gab Anerkennung für die hervorragende Arbeit und das Engagement an jedem Tag, 24h am Tag. Als wichtigstes Ereignis und "Paukenschlag" bezeichnete er die Gründung der Jugendfeuerwehr in 2009. Das Ereignis werde "Geschichte schreiben", sagte Zimmer und dankte Patrick Jung und seinem großen Team. "Jugendfeuerwehr", so Zimmer, "sei nicht nur eine notwengie Nachwuchsorganisation, sondern stelle auch wichtige soziale Jugendarbeit dar und sei besonderer Dank wert".

Großer - auch überregionaler - Beliebtheit erfreue sich die Après Ski Party, die für wahre Besucherströme sorge. Es sei eine "tolle Arbeit von einem tollen Team", das nicht nur bei Einsätzen gut zusammenarbeitet, "sondern auch tolle Veranstaltungen auf die Beine stelle".

Zimmer dankte abschließend der Ehren- und Altersabteilung sowie Reinhard Göckes für die Arbeit im Spielmannszug, Dietmar Schubert und dem Feuerwehrvorstand. Die Götzenhainer Wehr verfüge über eine "starke Gemeinschaft - nur durch sie kann ein solcher Erfolg deutlich werden".

Viel Erfolg - aber nicht so viel, daß ein Skilift gebaut wird

Der Rede des Bürgermeisters schloss sich Magistratsmitglied Heinz-Georg Stöhs an. Auch er dankte den Mitgliedern der Feuerwehr Götzenhain für ihr ehrenamtliches Engagement und wünschte viel Erfolg - aber bitte nicht so viel, daß noch ein Skilift gebaut werden müsse.

Die Feuerwehren müssen sich bemühen, Kräfte zu finden, die sich engagieren wollen

In diesem Jahr war Kreisbrandinspektor und Präsident des Hessischen Landesfeuerwehrverbandes, Ralf Ackermann, wieder nach Götzenhain gekommen. Ackermann richtete die Grüße von Seiten des Kreises aus und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit.

Ackermann beglückwünschte die Bürgerinnen und Bürger zum neuen MTF - schließlich erhalte die Feuerwehr Handwerkszeug, damit sie ihre Arbeit erledigen kann. Der MTF sei "ein wichtiges Fahrzeug, vielseitig einsetzbar und helfe, wichtige Aufgabe zu erfüllen", so Ackermann. Schließlich besäßen "nicht nur die großen Fahrzeuge ihre Wichtigkeit".

Auch für Ackermann ist Feuerwehrnachwuchs ein heißes Thema. "Die Feuerwehren müssen sich bemühen, Kräfte zu finden, die sich engagieren wollen" und müsse sie binden. Es sei die Präsentation einer modernen Organisation nötig. Man versuche Kinderfeuerwehren für das Alter zwischen sechs und zehn Jahren zu etablieren. Das Ziel besteht darin, Kinder spielerisch sehr früh an die Feuerwehr zu binden. Ackermann sieht die Feuerwehr in großer Konkurrenz zu Sportvereinen, die Kinder ebenfalls ab dem Alter von sechs Jahren aquirieren. "Wenn es nicht gelingt, Kinder früh zu binden - dann sieht es dünn aus", so Ackermann. Versicherungstechnisch sind Kinderfeuerwehren übrigens rundum abgedeckt. Für erwachsene Feuerwehrleute sorge man auf Landesebene derzeit für eine Optimierung der sozialen Absicherung.

Die von Lichtinghagen kritisierte Alarm- und Ausrückeordnung (AAO) funktioniere laut Ackermann sehr gut. "Man arbeite als Team - nicht nur in der eigenen Feuerwehr, sondern auch mit Stadtteilen und städteübergreifend. Wichtig sei es, "personelle Ressourcen zu haben", führte Ackermann aus.

Auch vom Digitalfunk wusste Ackerman Neues zu berichten: der Aufbau der Basisstationen habe im Kreis zwischenzeitlich begonnen und man gehe im nächsten Jahr in Probebetrieb.

Auch Ackermann motivierte die Mitglieder der Wehr, sich aktiv an der Aus- und Fortbildung zu beteiligen. Sie sei notwendig wegen des sich änderen Handlings der Technik.

Eine Neufassung des Brandschutz- und Hilfeleistungsgesetzes ermöglicht ab sofort den Feuerwehrdienst bis zu einem Alter von 65 Jahren. Zudem ist demnächst die Erlangung sog. Feuerwehrführerscheine für Fahrzeuge von 3,5 - 4,75 t zul Gesamtgewicht möglich. Die Schulung erfolgt dabei direkt in der Feuerwehr und werde mit einer Prüfung abgeschlossen.

Neuerungen auf Seite des Kreise bilden laut Ackermann ein Abrollbehälter für den Massenanfall von Verletzten, ein Gerätewagen Licht und Energoie (Flutlichwagen) sowie neue Einsatzfahrzeuge im Rettungsdienst.

Auch Ackermann bezeichnete das Jahr 2009 zwar als relativ ruhiges Jahr, jedoch haben sich schwere Verkehrsunfälle und der Absturz eines Kleinflugzeugs ereignet. "Das Gefährdungspotenzial ist einfach da", so Ackermann.

Eine der größten Feuerwehren, was die Abteilungen angeht

Als eine der größten Feuerwehren, was die Abteilungen angeht, lobte der Dreieicher Stadtbrandinspektor Andreas Baumbusch die Götzenhainer Wehr. Er dankte Carsten Lichtinghagen für die geleistete Arbeit und auch viele Arbeit - auch im Hinblick auf die Feste, welche die Wehr organisiere. "Götzenhain verfügt über ein gutes Team mit entsprechendem Zuspruch und die Arbeit läuft rund", so Baumbusch.

Wie auch bereits Dieter Zimmer wies Baumbusch auf die Gesundheit der Einsatzkräfte hin: "sie ist das A und O - bitte schaut darauf". Dank an Lebensparterinnen für Verständnis

Jugendfeuerwehr: von Null auf Sechzehn

Seinen ersten Jahresabschlußbericht verlas Patrick Jung als Jugendwart der neu gegründeten Jugendfeuerwehr. Seinen Bericht hielt er "so kurz wie möglich, so ausführlich wie nötig".

Am Anfang des Jahres 2009 habe man kein einziges Mitglied der Jugendabteilung vorweisen können. Die Teilnahme am Faschingsumzug, die ein rundes Gesamtbild darstellte, sowie eine enge Zusammenarbeit mit der Karl-Nahrgang-Schule, die in Aktionstagen und Infoständen mündete, ein erstes Elterntreffen und Treffen für interessierte Jugendliche sorgten dafür, daß man zur Gründung der Jugendfeuerwehr im Oktober 16 Mitglieder zählen konnte - 14 Jungen und zwei Mädchen. Insgesamt wurden 50 Stunden in feuerwehrtechnischer Ausbildung absolviert. Hinzu kamen 10 Stunden, in denen allgemeine Jugendarbeit stattfand. 583 ehrenamtliche Stunden leisteten die Mitglieder.

Zu den herausragenden Ereignissen der Jugendfeuerwehr zählten in 2009 u.a. die Fahrt zum Kreisfeuerwehrtag, die Einkleidung am 18. Juni und die erste Übung am Tag darauf. Auf dem Übungsplan standen u.a. der Brandangriff, eine Gemeinschaftsübung mit der Jugendfeuerwehr Dreieichenhain und das Berufsfeuerwehrwochenende. Bei der Übung der Einsatzabteilung am 18. Juli 2010 durften die Nachwuchskräfte sogar erstmals als Statisten bei den "Großen" mitwirken.

Patrick Jung und sein Team konnten schließlich ihren größten Erfolg mit der Gründungsfeier der Jugendfeuerwehr im Oktober feiern. Die Mühe hatte sich gelohnt.

Den übungen in den Sommermonaten schlossen sich schließlich Theorie in den kälteren Monaten an - z.B. die FWDV 3 und Erste Hilfe. Eine Schnitzeljagd durch Götzenhain bildete den Jahressabschluss.

Bericht der Ehren- und Altersabteilung

Ebenfalls seinen ersten Bericht im neu gewählten Amt konnte Hartmut Jung vortragen, der den Vorsitz der Ehren- und Altersabteilung im vergangenen Jahr von Adolf Müller übernommen hatte.

Sein gutes Verhältnis zu den älteren Kameraden sowie seine Bewunderung über deren Leistung nach dem Wiederaufbau und die Leistung allgemein habe ihm den Einstieg leicht gemacht.

In seinem Bericht erinnerte er an die beiden im letzten Jahr verstorbenen Kameraden Adolf Müller und Schorschel Dechert. Ersterem fiel ein Stein vom Herzen, als er seine Ehren- und Altersabteilung durch die Wahl Jungs nicht als verloren sah. Müllers Grundsatz habe immer "es gibt nur eine Feuerwehr, kein jung und kein alt" gelautet, erinnerte Jung. Schorschel Dechert hingegen habe Jung die feuerwehrtechnische Ausbildung vermittelt.

An Aktivitäten zählte Hartmut Jung den Kreppelkaffee im Februar, den Quetschekaffee im September, die Besichtigung des Wetterparks im Oktober sowie die Weihnachtsfeier auf. Einen weiteren Höhepunkt stellte die Fahrt in das Ostertal im Odenwald mit anschließender Besichtigung des Lebkuchendorfes Beerfurth dar.

Jung dankte abschließend der Wehrführung und dem Vorstand für die gute Zusammenarbeit und hofft auf ein ruhiges Jahr, insbesondere, was Friedhofsbesuche betrifft.

Ehrungen, Beförderungen und Verabschiedungen

Drei Ehrungen standen auf dem Agenda in diesem Jahr. Ronald Schröder erhielt die Ehrung für 25 Jahre aktive Tätigkeit im Feuerwehrdienst. Schröder hat sich in den letzten Jahren durch den Besuch viele Feuerwehrseminare nicht nur selbst aktiv weitergebildet, sondern vermittelt sein Wissen bereits seit langer Zeit im Rahmen der Brandschutzerziehung weiter und ist in der Ausbildung der Nachwuchsfeuerwehrleute sehr aktin.

In seiner Laudatio nannte Ralf Ackermann zunächst einige Zahlen: "wir haben heute eine deutlich höhere Einsatzfrequenz. Wir zählen 4.000 Einsätze im Kreis, wovon 20% auf Brände entfallen. Das Sturmtief Xynthia erforderte 700 Einsätze in 12 Stunden. Wichtig sind Personal und Technik, beides muß zusammenwirken. 25 Jahre aktiver Feuerwehrdienst können mit dem Vergleich zu einem PKW veranschaulicht werden - Käfer und Golf. Die Einsatztechnik ändert sich und fordert heute ein anderes Arbeiten. Fortbildung und das am Ball bleiben wird damit immer wichtiger und führe zu einem lebenslangen Lernen bei der Feuerwehr", so Ackermann. "Wichtig ist es ferner, der Gesellschaft zu vermitteln, daß es Menschen gibt, die sich uneigennützig für andere Menschen einsetzen. Dies sollte von Mitbürgern geschätzt werden."

Ackermann überbrachte den Dank des Landes Hessen sowie von Landrat Quilling in Form des silbernen Brandschutzehrenzeichen des Landes Hessen und dem bronzenen Ehrenzeichen des Kreises Offenbach.

Die Ehrungen von Roland Göckes und Christoph Gaubatz erfolgen zu einem späteren Termin.

Nachdem im vergangenen Jahr keine Beförderungen erfolgten, konnten in diesem Jahr Roy Thoma und Markus Müller zum Feuerwehrmann befördert werden. Die Bezeichnung "Oberfeuerwehrmann" tragen künftig Arne Bales, Kai Winkel, Enrico Schröder, Michael Friedrich, Jochen Schröder, Carola Müller, Markus Frank und Kai Lichtinghagen. Patrick Jung wurde zum Löschmeister ernannt, Marco Engel zum Oberlöschmeister.

Bericht des Vorsitzenden

Nach einer kurzen Versammlungspause gab Dietmar Schubert in seiner Funktion als Vereinsvorsitzender einen Rückblick auf das Jahr 2009. Schubert lieferte zunächst eine Überblick über die Mitgliederzahlen. 209 Mitglieder umfasst derzeit der Verein der Feuerwehr Götzenhain - 139 davon sind fördernde Mitglieder. Zur Einsatzabteilung gehören 45 aktive Mitglieder, 9 Mitglieder zur Ehren- und Altersabteilung (zusätzlich 13 Frauen verstorbener Mitglieder) und 25 Spielleute dem Spielmannszug (nur Götzenhain) an. Leider ist die Gesamtentwicklung der Mitgliederzahlen leicht rückläufig, weshalb die Wehr versuchen wird, weitere fördernde Mitglieder zu gewinnen.

Auch Schubert lobte das Team der Feuerwehr Götzenhain: "es funktioniert sehr gut". Die Zusammenarbeit sei sehr zufriedenstellend und erfolge reibungslos. Jeder bringe seine Kompetenzen ein. Schubert dankte Wehrführung, Vorstand und Ausschuss und allen aktiven Mitgliedern und allen, die helfen, ein super Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Insbesondere Hartmut Jung als Nachfolger von Adolf Müller sei ein "sehr guter Griff" gewesen und erweise sich als sehr gute Konstellation.

Auch Schubert lobte noch einmal das Konzept der Après Ski Party. Sie sei ein "richtig guter Erfolg und werde hervorragend angenommen. Die Dreieichbahn ist so voll wie nie und Taxis richten einen Stand ein", so Schubert. Weitere Veranstaltungshöhepunkte bildeten das Maifest auf dem Scherbelino, das Waldfest des Spielmannszuges und die Gründung der Jugendfeuerwehr.

Als "dringliche Vorhaben für 2010" nannte Schubert die räumliche Umstellung bedingt durch Jugendfeuerwehr sowie Baumaßnahmen zum Innenausbau des Blockhaus, die jedoch in den nächsten Monaten abgeschlossen sein sollten. Die Entwicklung des Außenbereiches werde man abwarten. Eine Einweihungsfeier ist im Rahmen eines Familientages angedacht.

Auch 2010 ist wieder mit dem 01. Mai auf dem Scherbelino und dem Dorfbrunnenfest in der Zeit vom 28.-30. Mai 2010 ein volles Programm angesagt. Die Vorbereitung der Après Ski Party 2011 sind bereits im Gange - nach der Party ist vor der Party.

Bericht des Spielmannszuges

Den Bericht des Spielmannszuges Götzenhain/Offenthal verlas Reinhard Göckes.

Der Spielmannszuges zählt derzeit 25 Spielleute aus Götzenhain, fünf davon sind sogar aktive Feuerwehrmänner aus der Einsatzabteilung. Insgesamt umfasst der Zug 37 aktive Spielleute, Tendenz leicht steigend.

31 musikalische Auftritte konnte der Spielmannszug im vergangenen Jahr verzeichnen - 11 andere abteilungsinterne Aktivitäten kamen hinzu.

"Ein verändertes Repertoire und Aussehen führte zu einer verstärkten Nachfrage insbesondere zur Faschingszeit", sagte Göckes. So erfolgte die Teilnahme an vielen Sitzungen, darunter z.B. Dietzenbach-Steinberg, Sprendlingen und Umzügen in Mörfelden, Götzenhain, Neu-Isenburg, Sprendlingen sowie auf allen Dreieicher Faschingssitzungen. 18 Auftritte wurden hierdurch in den ersten beiden Monaten absolviert.

Weitere Auftritte erfolgten im Juni auf dem Offenthaler Gemaafest, anlässlich der Verleihung des Bundesverdienstkreuz für Ralf Ackermann, den Kerbumzügen, beim Waldfest, bei "Stadt und Land - Hand in Hand" sowie dem Ingelheimer Rotweinfest. Letztere Veranstaltung habe sich im Laufe der Jahre sehr verändert, die Idylle lasse nach, jedoch bilde es nach wie vor einen großen Besuchermagnet. Ständchen anlässlich des 80. Geburtstages von Günther Gleim, Josef Richter Ständchen zum 60. Geburtstag und Klaus Zimmer zu dessen 50. Geburtstag standen ebenfalls auf dem Programm.

Zu den abteilungsinternen Veranstaltungen zählen neben der Wiesenparty auch der Ausflug, der im Jahr 2009 nach Zetel führte.

Abschließend kritisierte Göckes ein wenig die fehlende Jugendarbeit, die im Vergleich zu anderen Musikvereinen jedoch aufgrund des Personalmangels schwer realisierbar sei. Zudem verfolge man im Gegensatz zur Jugendfeuerwehr ältere Zielgruppen.

Ehrungen

Für ihre 25- bzw. 50-jährige Zugehörigkeit im Verein erhielten Ronald Schröder und Erwin Eisenhauer entsprechende Urkunden.

Die Feuerwehr: das schwerpunktmäßige, tragende Element

Unter dem Punkt "Verschiedenes" überbrachte Klaus Klepper den Dank der Götzenhainern Ortsvereine an die Feuerwehr. Viele Aktivitäten seien ohne die Feuerwehr kaum möglich gewesen. Sein besonderer Dank gelte zudem dem Spielmannszug.

Klepper richtete eine Bitte an die Feuerwehr: als schwerpunktmäßiges, tragendes Element möge sie sich einbringen und unterstützen - beispielsweise beim Dorfbrunnenfest. Insbesondere diese Fest sei keine kommerzielle Veranstaltung - "bei uns kann man keinen Stand mieten", so seine Antwort an eine Abteilung eines Sportvereins - sondern diene der Präsentation der Vereine und repräsentiere und reflektiere Götzenhain als Dorf.

Sven Engel lieferte am Versammlungsende einen kurzen Einblick in die Organisation und den Abaluf des Dreieicher Feuerwehrlaufes. Gegen 22:00 Uhr endete schließlich die Versammlung.

Bilder

25 Bilder von der Fahrzeugübergabe und Versammlung

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Letzte Änderung am Dienstag, 23.03.2010, 19:00 Uhr
© 2010 Feuerwehr Götzenhain / Matthias Engler