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Abschlußübung am 12.10.2002 - Informationen aus der Presse


[ Frankfurter Neue Presse ]

Ausgabedatum: Dienstag, 15. Oktober 2002, Dreieich


Angriffstrupp suchte "vermisste Kinder"

Von Nina Olf

Dreieich. Ein turbulentes Bild bot sich vor dem Landwirtschaftsgebäude der Familie Frank in Götzenhain. Angriffstruppen der Feuerwehr und Löschfahrzeuge positionierten sich in der Dietzenbacher Straße. Auf dem Programm stand die Abschlussübung der Götzenhainer Feuerwehr. Ausgerüstet mit Gasmasken und Wasserschläuchen probten die Männer den Ernstfall und retteten vier Kinder aus der Scheune des Landwirts.

Bürgermeister Berthold Olschewsky verfolgte die Übung als Zuschauer am Rand des Geschehens. Mit lauten Sirenen rückten die freiwilligen Helfer in drei Fahrzeugen am Einsatzort an. Mit dem Löschangriff begannen die Feuerwehrleute gleichzeitig am Haupteingang sowie auch vom hinteren Teil des Gebäudes in der Frühlingstraße. Unter der Einsatzleitung von Joachim Würtz, dem stellvertretenden Wehrführer der Götzenhainer Feuerwehr, brachten die Helfer das imaginäre Feuer unter Kontrolle. Während sich der Löschtrupp auf den Brand konzentrierte, suchte der Angriffstrupp an diesem Tag vier vermisste Kinder in der Scheune. Schon während der Fahrt zum Unfallort rüsteten sich die Feuerwehrmänner mit Gasmasken aus. Nach wenigen Minuten fanden die Rettungskräfte drei der sich in der Scheune befindenden Personen. Das vierte Kind hielt sich während des Brandes in einem anderen Flügel der Scheune auf und wurde kurze Zeit später geborgen. Über den Verlauf der Abschlussübung zeigte sich Wehrführer Klaus Klepper sichtlich zufrieden.

Er lobte die Männer für den gelungenen Einsatz und dankte der Familie Frank für die Nutzung ihres Anwesens als Übungsobjekt. "Während der Übung brach für kurze Zeit der Funkkontakt zu einem Angriffstrupp, der sich im oberen Geschoss des Gebäudes befand, ab", sagte Matthias Engler, Pressewart der Götzenhainer Feuerwehr. Doch auch dieses Problem bekam die Feuerwehr schnell in den Griff. "Unser Übungsleiter schickte einen Rettungstrupp auf die Suche nach den Kameraden", so Engler. Gemeinsam mit ihren Kollegen verließen die Helfer das Gebäude. Bis jetzt 15 Übungen absolvierte die Feuerwehr in diesem Jahr. Neben dem Umgang mit Gefahrengut probten die Feuerwehrmänner auch einen Waldbrand.


[ Offenbach-Post Online ]

Offenbach-Post - Ausgabe vom Montag, 14. Oktober 2002, 12:39 Uhr


[ Foto zum Thema / Gersin / Offenbach-Post ]

Viertes 'vermisstes' Kind dann doch noch gerettet

Nach längerem Suchen konnten die Götzenhainer Feuerwehrleute schließlich auch das vierte in der brennenden Scheune „vermisste“ Kind mit „Rauchvergiftung“ vom Heuboden bergen und in Sicherheit bringen. Einsatzleiter und Wehrführer Klaus Klepper zeigte sich nach der Übung, an der - trotz Ferien - knapp zwei Dutzend Feuerwehrleute aus der 45 Mann starken Einsatzabteilung teilnahmen, „doch recht zufrieden.“ Foto: Gersin

Götzenhain (lu) Samstag, 16.10 Uhr: Die Sirenen heulen in Götzenhain. Feueralarm: Bei Landwirt Walter Frank brennt die Scheune. Vier Kinder, die darin gespielt haben, werden vermisst, außerdem sind noch Schweine, Kühe und Bullen in dem Gebäude. "Alarm pünktlich ausgelöst", schaut Hartmut Jung von der Freiwilligen Feuerwehr Götzenhain zufrieden auf die Uhr. Er hat das Szenario für die Abschlussübung der Götzenhainer Wehr im Einvernehmen mit dem Landwirt vorbereitet.

Sechs Minuten später kommen drei Einsatzwagen mit Blaulicht und gellenden Martinshörnern zum Anwesen in der Dietzenbacher Straße 8 angerast. Passanten bleiben neugierig, einige auch leicht irritiert, stehen, schauen zu, wie ein Wagen bremst, die Besatzung heraus springt, Schläuche ausrollt und die Wasserversorgung aufbaut. Ein anderer Trupp dringt unter Atemschutzgeräten in die Scheune vor.

Die zwei anderen Löschfahrzeuge fahren durch, biegen in die Frühlingsstraße ein, nähern sich - in Höhe des Kerbplatzes - von der Rückseite dem Scheunenkomplex. Die Schläuche zur Wasserversorgung sind ausgerollt - doch der Bodenhydrant ein paar Meter weiter am Kerbplatz ist "tot": "Da kommt kein Tropfen Wasser", flucht der Feuerwehrmann, der vergeblich den Wasserspender aufdreht. "Der wird wohl nur zur Kerb unter Wasser gesetzt."

Wertvolle Sekunden verstreichen, bis 50 Meter weiter mitten auf der Kreuzung mit der Feldstraße der nächste Hydrant angezapft ist. Doch einen weiteren Anschluss verkraftet er nicht - zu wenig Wasser. Ein Ausweichhydrant in entgegengesetzter Richtung auf der Frühlingsstraße ist schnell gefunden - doch von einem parkenden Auto blockiert. So muss Wasser von der Ecke gegenüber dem alten Rathaus durch den Hof der Sportgemeinschaft herangeführt werden.

"Weil wir wegen der Tiere im Stall keinen Raucherzeuger benutzen können, haben sich die Kinder sehr gut versteckt", so Hartmut Jung. Doch die Atemschutztrupps haben die Kinder, die die Opfer mimen, schnell gefunden - nur das vierte fehlt. Die Alu-Leiter an der Scheunenaußenwand zum Heuboden hoch blieb noch einige Minuten unbeachtet - bis dann auch Kind vier sicher aus der verqualmten Scheune geborgen ist. "Das wäre aber dann ein Fall für den Notarzt", unkt ein Zuschauer. "Ich bin dennoch ganz zufrieden mit dem Verlauf", kommentiert Wehrführer Klaus Klepper nach der Übung das Geschehen, das auch Vize-Stadtbrandinspektor Manfred Locher und Bürgermeister Berthold Olschewky beobachtet haben.



 
 

Erstellt am: 06.04.2003
Matthias Engler