Offenbach-Post - Ausgabe vom Samstag, 4. Januar 2003
Umgestürzte Bäume, geflutete Keller und Straßen unter Wasser
Dreieich (lu) Die orkanartigen Windböen und der heftige Dauerregen
sind auch in Dreieich nicht ohne Wirkung geblieben. Insgesamt 17
Einsätze hatte die Dreieicher Feuerwehr zwischen 8 Uhr und weit
nach Mitternacht zu bewältigen.
In einem halben Dutzend Kellern von Häusern in Götzenhain,
Dreieichenhain und in Sprendlingen mussten die Feuerwehrleute ihre
Pumpen installieren, um eingedrungenes Wasser wieder nach
draußen zu befördern. Philipp-Holzmann-Straße, Hainer Chaussee,
Götzenhainer Mühle, Gabelsberger und Langener Straße waren dabei
die Einsatzstellen für die Wehrleute.
Von Regenwasser und Schlamm überspült wurden Teile der Kennedy-
und der Landsteiner Straße in Dreieichenhain. Probleme gab es auch
mit den Hengstbachbrücken an der Theisenmühle, am Sprendlinger
Freibad und an der Winkelsmühle: Durch Äste und Laubwerk waren
die Durchflüsse zeitweise derart verstopft, dass es zu Überflutungen
kam, die erst wieder zurückgingen, als das Geäst weiter
geschwommen war.
Kurzzeitige Straßenüberschwemmungen registrierte der städtische
Bauhof in Sprendlingen im Bereich Darmstädter und Spenglerstraße,
im Buchschlager Forstweg sowie im Odenwaldring in Dreieichenhain:
Durch Laub, Papier, Feuerwerksreste und vom Sturm verwehte
Prospekte waren dort die Gullys verstopft.
Noch gestern - so Irene Dietz von der Presseabteilung der
Stadtverwaltung - seien die Mitarbeiter der städtischen
Kanalkolonne unterwegs gewesen, um die Einlaufschächte der Gullys
zu kontrollieren und - wenn es notwendig war - zu reinigen.
Schon fast "traditionsgemäß" - so Matthias Engler von der
Götzenhainer Feuerwehr - wurden seine Kollegen zum Gut Neuhof
gerufen. Dort hatten die starken Regenfälle dafür gesorgt, dass die
Fußgängerunterführung vom Hotel zum Golfplatzgelände voll gelaufen
war. Insgesamt viermal pumpten die Einsatzkräfte die trübe Brühe
ab.
Der starke Wind drohte auch auf der Baustelle für das neue
Dienstleistungszentrum in der Sprendlinger Innenstadt seine
zerstörerische Wirkung zu entfalten: Dort konnte Bauholz aber noch
rechtzeitig gesichert werden.
Nicht den Sturmböen stand hielten allerdings einige Bäume: am
Weiher an der Winkelsmühle in Dreieichenhain kippte ebenso einer
um wie im Zaunweg in Buchschlag.
Gegen 23.45 Uhr musste die Feuerwehr mit der Kettensäge den
Stamm zersägen, der im Götzenhainer Wald nahe Gut Neuhof
umgestürzt war und die Landesstraße blockierte.
"Baumbeseitigung auf der Landesstraße 3262 zwischen Buchschlag
und der Mülldeponie" lautete schließlich der letzte Einsatz in der
Sturmnacht, der am frühen Freitag um 0.52 Uhr in der Feuerwache
an der Hainer Chaussee registriert wurde. Erleichtertes Fazit von
Irene Dietz: "In Dreieich ist das Unwetter insgesamt noch recht
glimpflich verlaufen."