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Einsatz am 24.09.2005


Tödlicher Verkehrsunfall auf der Neuhöfer Straße -
Feuerwehr mehrere Stunden im Einsatz / Straße zeitweise gesperrt

Zu einem äußerst unschönen Einsatz ist die Feuerwehr Götzenhain am vergangen Samstagmorgen gegen 4.45 Uhr ausgerückt. Die erste Alarmierung lautete "brennender PKW am Neuhof". Bei einer anschließenden, zweiten Alarmierung klang die Durchsage noch ernster: "Verkehrsunfall, eingeklemmte Person". Tatsächlich hatte sich auf der L 3317 zwischen Götzenhain und dem Hofgut Neuhof ein schwerer Verkehrsunfall ereignet.

Beim Eintreffen der Feuerwehr am Einsatzort - von Richtung Götzenhain kommend zu Beginn der S-Kurve - fanden die Kräfte zwei Kleinwagen vor, die frontal kollidiert waren. Der VW Polo eines aus Götzenhain stammenden jungen Mannes war nach der Kollision in Brand geraten. Dessen Fahrer wurde von Passanten schwerverletzt aus dem Fahrzeug befreit und später vom Rettungsdienst betreut.

Ebenfalls schwer verletzt und zudem bewußtlos fanden die Einsatzkräfte die Fahrerin eines Nissan Micra vor. Sie war in ihrem Fahrzeug eingeklemmt und mußte mit hydraulischer Schere und Spreitzer befreit werden. Trotz dem schnellem Eingreifen von Feuerwehr und Rettungsdienst verstarb sie noch am Unfallort.

Nach der umfangreichen Spurensicherung durch die Polizei fanden anschließend der Abtransport der verunfallten Fahrzeuge durch ein Abschleppunternehmen sowie eine umfassende Reinigung der Fahrbahn durch die Feuerwehr statt. Hierbei wurden auch ausgelaufene Betriebsstoffe mit Ölbindemittel aufgenommen.

Gegen 9.15 Uhr war der Einsatz für die Feuerwehr Götzenhain beendet. Etwa 25 Kräfte waren mit insgesamt vier Fahrzeugen ausgerückt, darunter befanden sich auch drei Kameraden aus Sprendlingen, die mit einem Spezialfahrzeug für die technische Hilfeleistung vor Ort waren.


Offizieller Pressebericht des Polizeipräsidiums Südosthessen vom Samstag, 24.09.2005, 09:36 Uhr

Schwerer Verkehrsunfall - Dreieich-Götzenhain

Am Samstag, 04.42 Uhr, kam es auf der L 3317, in Höhe des Hofgut Neuhof, zu einem folgenschweren Unfall. Die 43-jährige Führerin eines Pkw Nissan Micra befuhr die L 3317 aus Neu-Isenburg kommend in Richtung Götzenhain. In Höhe des Hofgut Neuhof geriet sie in einer langgezogenen Linkskurve aus bislang unbekannter Ursache auf die Gegenfahrbahn und kollidierte dort frontal mit einem Pkw VW Polo. Die aus Rosdorf stammende Frau verstarb noch an der Unfallstelle. Der Polo geriet in Brand, dessen 21-jähriger Lenker konnte durch die Feuerwehr schwerverletzt aus dem Fahrzeug geborgen werden. Die L 3317 musste für mehrere Stunden voll gesperrt werden. Der entstandene Sachschaden beträgt mehrere tausend Euro.


Der Unfall aus der Sicht eines Passanten

Über den Hergang nach dem Unfall am Samstag, 24. September 2005, um 4 Uhr 30 zwischen Gut Neuhof und Götzenhain

In der Nacht vom Freitag auf Samstag holte ich meine Tochter und ihre zwei Freundinnen aus Frankfurt ab. Um 04:30 Uhr passierten wir Gut Neuhof und sahen nach etwa 500 Metern links – halb auf der Straß, halb auf dem Seitenstreifen - ein brennendes Auto. Meine Tochte schrie entsetzt: „Da sitzt noch einer drin, wir müssen anhalten und helfen! Und dahinter ist noch ein anderes kaputtes Auto!“ Ich konnte unseren Wagen ca. zwölf Meter hinter der Unfallstelle rechts am Feldweg abstellen. Die beiden Unfallautos standen mit dem Frontteil Richtung Gut Neuhof.

Wir stiegen alle aus, ich rannte zum brennenden Auto, hinter mir waren die Mädchen. Sie blieben in meiner Nähe, obwohl ich schrie, sie sollen Abstand halten, weil das Auto explodieren kann. Meine Tochter stellte inzwischen das Warndreieck in Richtung Götzenhain auf und rief um 4 Uhr 39 die 112 an und informierte über den schweren Unfall.

Ich konnte den Fahrer nicht von der Fahrerseite herausholen, da die Tür eingeklemmt war und dort schon die Flammen von der Motorhaube ins Wageninnere ragten. Zum Glück konnte ich die Beifahrertür aufbekommen und günstigerweise war der Fahrer nicht mehr angeschnallt. Ich legte ihn auf dem Beifahrersitz auf den Rücken und versuchte ihn - unter seine Arme greifend - herauszuziehen. Dabei wachte er aus seiner Ohnmacht auf und fragte: „Wer sind sie, was wollen Sie?“, worauf ich antwortete: „Dein Wagen brennt, ich muss Dich hier rausholen.“ Das begriff er und half mit, sich zu retten. Ich bekam ihn zunächst nicht frei, weil seine Beine eingeklemmt waren und musste unter den Flammen seine Füße befreien, sowie die Beine über den Schaltknüppel ziehen, dann konnte ich ihn aus dem Fahrzeug ziehen. Seine Beine waren wie aus Gummi. Etwa zehnMeter schleppte ich ihn vom Auto weg und wir legten ihn in die stabile Seitenlage. Die ganze Zeit mussten wir befürchten, dass das Auto explodiert, da es öfters krachte und nach wenigen Minuten voll in Flammen stand. Eines der Mdächen hat sich um den Schwerverletzten gekümmert, mit ihm gesprochen. Er nannte seinen Namen, und das Sprechen und die Lunge täten ihm weh. Sie sprach ihn ständig an, sie machten aus, dass er ihre Hand drücken soll, damit er bei Bewustsein bleibt. Sie deckte ihn mit ihrer Jacke zu und eine weitere Passantin deckte ihn mit ihrer Decke zu. Sie hat kurz vor uns an der Unfallstelle gehalten aber ich bin ihr mit der Rettung zuvorgekommen. Mit ihr ging ich dann zum anderen Auto, das im Graben stand, vorn extrem zusammengestaucht war und aus der Motorhaube qualmte. Wir sahen die eingeklemmte Fahrerin, ihr Kopf hing nach links aus dem Fenster, die Haare hingen heraus und beim Ansprechen erfolgte keine Reaktion. Ohne Stemmeisen o.ä. hätte man sie nicht herausbekommen und wir hatten den Eindruck, dass sie nicht mehr lebt. Eines der Mdächen ging mit einem inzwischen dazugekommenen Passanten zur Fahrerin, sie fühlten den Puls, konnten aber keinen feststellen.

Die Feuerwehr kam und begann zu löschen, kurz darauf kam auch der Rettungsdienst - gleichzeitig mit der Polizei. Der Verletzte wurde behandelt und die Feuerwehr hat am Auto der Fahrerin die Tür herausgeschnitten. Weil die Mädchen sehr aufgeregt waren, hat uns ein Polizist aufgefordert, die Unfallstelle zu verlassen, was wir dann auch taten.


[ Einsatz nach Verkehrsunfall, 24.09.2005 Bild 1 ]

[ Einsatz nach Verkehrsunfall, 24.09.2005 Bild 2 ]

[ Einsatz nach Verkehrsunfall, 24.09.2005 Bild 3 ]

[ Einsatz nach Verkehrsunfall, 24.09.2005 Bild 4 ]

[ Einsatz nach Verkehrsunfall, 24.09.2005 Bild 5 ]

[ Einsatz nach Verkehrsunfall, 24.09.2005 Bild 6 ]

[ Einsatz nach Verkehrsunfall, 24.09.2005 Bild 7 ]

[ Einsatz nach Verkehrsunfall, 24.09.2005 Bild 8 ]

[ Einsatz nach Verkehrsunfall, 24.09.2005 Bild 9 ]

[ Einsatz nach Verkehrsunfall, 24.09.2005 Bild 10 ]




 
 

Letzte Änderung am 26. September 2005, 12:56 Uhr
Matthias Engler