Tödlicher Verkehrsunfall auf der Neuhöfer Straße -
Feuerwehr mehrere Stunden im Einsatz / Straße zeitweise gesperrt
Zu einem äußerst unschönen Einsatz ist die Feuerwehr Götzenhain
am vergangen Samstagmorgen gegen 4.45 Uhr ausgerückt. Die erste
Alarmierung lautete "brennender PKW am Neuhof". Bei einer anschließenden, zweiten Alarmierung klang die Durchsage noch
ernster: "Verkehrsunfall, eingeklemmte Person". Tatsächlich hatte
sich auf der L 3317 zwischen Götzenhain und dem Hofgut Neuhof ein
schwerer Verkehrsunfall ereignet.
Beim Eintreffen der Feuerwehr am Einsatzort - von Richtung
Götzenhain kommend zu Beginn der S-Kurve - fanden die Kräfte
zwei Kleinwagen vor, die frontal kollidiert waren. Der VW Polo
eines aus Götzenhain stammenden jungen Mannes war nach der
Kollision in Brand geraten. Dessen Fahrer wurde von Passanten
schwerverletzt aus dem Fahrzeug befreit und später vom
Rettungsdienst betreut.
Ebenfalls schwer verletzt und zudem bewußtlos fanden die
Einsatzkräfte die Fahrerin eines Nissan Micra vor. Sie war in ihrem
Fahrzeug eingeklemmt und mußte mit hydraulischer Schere und
Spreitzer befreit werden. Trotz dem schnellem Eingreifen von
Feuerwehr und Rettungsdienst verstarb sie noch am Unfallort.
Nach der umfangreichen Spurensicherung durch die Polizei fanden
anschließend der Abtransport der verunfallten Fahrzeuge durch ein Abschleppunternehmen sowie eine umfassende Reinigung der Fahrbahn
durch die Feuerwehr statt. Hierbei wurden auch ausgelaufene
Betriebsstoffe mit Ölbindemittel aufgenommen.
Gegen 9.15 Uhr war der Einsatz für die Feuerwehr Götzenhain
beendet. Etwa 25 Kräfte waren mit insgesamt vier Fahrzeugen
ausgerückt, darunter befanden sich auch drei Kameraden aus
Sprendlingen, die mit einem Spezialfahrzeug für die technische
Hilfeleistung vor Ort waren.
Offizieller Pressebericht des Polizeipräsidiums
Südosthessen vom Samstag, 24.09.2005, 09:36 Uhr
Schwerer Verkehrsunfall - Dreieich-Götzenhain
Am Samstag, 04.42 Uhr, kam es auf der L 3317, in Höhe des Hofgut
Neuhof, zu einem folgenschweren Unfall. Die 43-jährige Führerin eines
Pkw Nissan Micra befuhr die L 3317 aus Neu-Isenburg kommend in
Richtung Götzenhain. In Höhe des Hofgut Neuhof geriet sie in einer
langgezogenen Linkskurve aus bislang unbekannter Ursache auf die
Gegenfahrbahn und kollidierte dort frontal mit einem Pkw VW Polo.
Die aus Rosdorf stammende Frau verstarb noch an der Unfallstelle. Der
Polo geriet in Brand, dessen 21-jähriger Lenker konnte durch die
Feuerwehr schwerverletzt aus dem Fahrzeug geborgen werden.
Die L 3317 musste für mehrere Stunden voll gesperrt werden.
Der entstandene Sachschaden beträgt mehrere tausend Euro.
Der Unfall aus der Sicht eines Passanten
Über den Hergang nach dem Unfall am Samstag, 24. September 2005,
um 4 Uhr 30 zwischen Gut Neuhof und Götzenhain
In der Nacht vom Freitag auf Samstag holte ich meine Tochter
und ihre zwei Freundinnen aus Frankfurt ab. Um 04:30 Uhr passierten wir
Gut Neuhof und sahen nach etwa 500 Metern links – halb auf der Straß, halb
auf dem Seitenstreifen - ein brennendes Auto. Meine Tochte schrie entsetzt:
„Da sitzt noch einer drin, wir müssen anhalten und helfen! Und dahinter ist
noch ein anderes kaputtes Auto!“ Ich konnte unseren Wagen ca. zwölf Meter
hinter der Unfallstelle rechts am Feldweg abstellen. Die beiden Unfallautos
standen mit dem Frontteil Richtung Gut Neuhof.
Wir stiegen alle aus, ich rannte zum brennenden Auto, hinter mir waren die
Mädchen. Sie blieben in meiner Nähe, obwohl ich schrie, sie sollen Abstand
halten, weil das Auto explodieren kann. Meine Tochter stellte inzwischen das
Warndreieck in Richtung Götzenhain auf und rief um 4 Uhr 39 die 112 an und
informierte über den schweren Unfall.
Ich konnte den Fahrer nicht von der Fahrerseite herausholen, da die Tür
eingeklemmt war und dort schon die Flammen von der Motorhaube ins Wageninnere
ragten. Zum Glück konnte ich die Beifahrertür aufbekommen und günstigerweise
war der Fahrer nicht mehr angeschnallt. Ich legte ihn auf dem Beifahrersitz
auf den Rücken und versuchte ihn - unter seine Arme greifend - herauszuziehen.
Dabei wachte er aus seiner Ohnmacht auf und fragte: „Wer sind sie, was wollen
Sie?“, worauf ich antwortete: „Dein Wagen brennt, ich muss Dich hier
rausholen.“ Das begriff er und half mit, sich zu retten. Ich bekam ihn
zunächst nicht frei, weil seine Beine eingeklemmt waren und musste unter den
Flammen seine Füße befreien, sowie die Beine über den Schaltknüppel ziehen,
dann konnte ich ihn aus dem Fahrzeug ziehen. Seine Beine waren wie aus Gummi.
Etwa zehnMeter schleppte ich ihn vom Auto weg und wir legten ihn in die
stabile Seitenlage. Die ganze Zeit mussten wir befürchten, dass das Auto
explodiert, da es öfters krachte und nach wenigen Minuten voll in Flammen
stand. Eines der Mdächen hat sich um den Schwerverletzten gekümmert, mit ihm
gesprochen. Er nannte seinen Namen, und das Sprechen und die Lunge täten
ihm weh. Sie sprach ihn ständig an, sie machten aus, dass er ihre Hand
drücken soll, damit er bei Bewustsein bleibt. Sie deckte ihn mit ihrer
Jacke zu und eine weitere Passantin deckte ihn mit ihrer Decke zu. Sie hat
kurz vor uns an der Unfallstelle gehalten aber ich bin ihr mit der Rettung
zuvorgekommen. Mit ihr ging ich dann zum anderen Auto, das im Graben stand,
vorn extrem zusammengestaucht war und aus der Motorhaube qualmte. Wir sahen
die eingeklemmte Fahrerin, ihr Kopf hing nach links aus dem Fenster, die
Haare hingen heraus und beim Ansprechen erfolgte keine Reaktion. Ohne
Stemmeisen o.ä. hätte man sie nicht herausbekommen und wir hatten den
Eindruck, dass sie nicht mehr lebt. Eines der Mdächen ging mit einem
inzwischen dazugekommenen Passanten zur Fahrerin, sie fühlten den Puls,
konnten aber keinen feststellen.
Die Feuerwehr kam und begann zu löschen, kurz darauf kam auch der
Rettungsdienst - gleichzeitig mit der Polizei. Der Verletzte wurde behandelt
und die Feuerwehr hat am Auto der Fahrerin die Tür herausgeschnitten.
Weil die Mädchen sehr aufgeregt waren, hat uns ein Polizist aufgefordert,
die Unfallstelle zu verlassen, was wir dann auch taten.