Feuerwehr Götzenhain erhält neues Löschfahrzeug
Am vergangenen Freitag, den 23. August 2002, wurde der
Feuerwehr Götzenhain durch den Dreieich Bürgermeister
Berthold Olschewsky das neue Löschgruppenfahrzeug LF 16
offiziell übergeben.
Die Übergabe erfolgte im Rahmen einer kleinen Feierlichkeit,
zu der die Götzenhainer Wehr in das Gerätehaus in der Dietzen-
bacher Straße eingeladen hatte. Neben dem Dreieicher Bürgermeister
befanden sich unter den Gästen Barbara van den Boom
als Vereinsvertreterin der Götzenhainer Ortsvereine,
Stadtbrandinspektor Horst Bauch sowie ein Mitarbeiter der Firma
Ziegler, der seinerzeit, als es noch um die Auswahl des Fahrzeuges
ging, der Götzenhainer Wehr ein Musterfahrzeug präsentierte.
Die Feierlichkeit begann um 19.00 Uhr zunächst mit einem kleinen
Umzug durch die Straßen des Dreieicher Stadtteils Götzenhain,
um den Bürgern das neue Fahrzeug zu präsentieren. Der gemeinsame
Spielmannszug der Feuerwehren Götzenhain und Offenthal
marschierte vorneweg, gefolgt von den Gästen, dem neuen Fahrzeug,
der Einsatzabteilung und der Ehren- und Altersabteilung.
Nach einer guten halben Stunde kehrte man schließlich wieder
in das Feuerwehrhaus zurück.
Wehrführer Klaus Klepper schilderte in einer kurzen Rede zunächst
die Biographie des alten LF 16. Es wurde 1973 noch von der damaligen
Gemeinde Götzenhain beschafft und löste damals ein LF 15 aus dem
Jahre 1944 ab. Der Preis für das 1973 erworbene Fahrzeug betrug ca.
120.000 DM, der Zuschuß vom Land Hessen betrug etwa 36.000 DM.
Bürgermeister Tielmann sprach 1973 in seiner Rede, daß eine
Feuerwehr gutes Gerät benötige, um ihren Auftrag ordentlich
durchführen zu können. "Moderne Feuerwehren brauchen eine moderne
Ausrüstung", so Tielmann. Das damalige Fahrzeug zählte mit seiner
Ausstattung zum Besten, was auf dem Markt verfügbar war. Die
Investition hatte sich gelohnt - befand sich das alte LF fast 30
Jahre im Dienst. Diese Tatsache wurde durch einen sorgfältigen
Umgang und engagierte Gerätewarte erreicht. Mit dem neuen
Fahrzeug möchte man die Tradition fortsetzen.
Bis das neue Fahrzeug beschafft werden konnte, vergingen etwa
sieben Jahre. Bereits 1995 wurden erste Angebote einholt und
entsprechende Haushaltsmittel beantragt. Im Jahr 2000 wurde mit
dem Erarbeiten eines Fahrzeugkonzeptes begonnen. Als weitere
Informationsquelle diente auch der Besuch der Fachmesse "Interschutz"
in Augsburg.
Aufgrund der hohen Beschaffungssumme war eine europaweite Ausschreibung
notwendig. Letztendlich ist es gelungen, ein Fahrzeug von hervorragender
technischer Qualität trotz so manchen verwaltungstechnischen Hindernissen
zu erhalten. Die Kosten für das neue LF betrugen etwa 380.000 DM, etwa
54.000 DM wurden durch das Land Hessen bezuschußt.
Klepper beschrieb weiterhin einige Details: der Aufbau stammt von
der Firma Ziegler, einem traditionellen und führenden Hersteller
von Feuerwehrfahrzeugen aus Gingen bei Ulm. Eine moderne Aluminiumbauweise
mit einem Profilsystem garantiert eine lange Lebensdauer und Flexibilität,
was eventuelle zukünftige Änderungen an der Beladung angeht. Auf technische
Spielereien wurde weitgehend verzichtet um die Anfälligkeit für Defekte
so gering wie möglich zu halten. Auch beim Fahrgestell wurde großer Wert
auf Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit von Service und Werkstatt gelegt. Das
Resultat ergab ein Fahrgestell vom Typ Mercedes-Benz ATEGO mit
einem zulässigen Gesamtgewicht von 13,5 t.
Als die wesentlichen Ausrüstungsgegenstände seien neben den
Löscharmaturen ein 1600 Liter fassender Wassertank, Schiebe- und
Steckleitern, hydraulisches Rettungsgerät und ein Generator mit
einer Leistung von 8 kW erwähnt. Den Gästen bot sich während der
Feier die Gelegenheit, das neue Fahrzeug genauer zu besichtigen.
Wehrführer Klepper dankte anschließend Magistrat und Bürgermeister,
die trotz angespannter Finanzlage die Beschaffung ermöglichten.
Ebenso dankte er dem Stadtbrandinspektor für seine Bemühungen,
stets das Beste zu bekommen. Die Beschaffung und Indienststellung
neuer Fahrzeuge ist, so Klepper, inzwischen in anderen Kommunen
leider keine Selbstverständlichkeit mehr. Gerade aber die
Hochwasserkatastrophe in Ostdeutschland, zu der am vergangenen Samstag
auch die Götzenhainer Feuerwehrleute Marco Engel und Carsten
Lichtinghagen ausgerückt sind und die Ereignisse am 11.
September 2001 haben gezeigt, wie wichtig leistungsfähige Feuerwehren
sind. Der volkswirtschaftliche Schaden, der durch mangelhafte
oder nichtvorhandene Ausrüstung entstehen kann, ist um ein Viel-
faches höher als eine ersparte Summe.
Zum Abschluß seiner Rede wies Klepper darauf hin, daß der Verzehr
von Speisen und Getränken umsonst sei, man aber im Rahmen der
Aktion "Helfer helfen Helfern" des Deutschen Feuerwehrverbandes
eine Sammelaktion durchführe.
Im Anschluß an Kleppers Rede kamen Dreieichs Bürgermeister Olschewsky
und Standbrandinspektor Bauch zu Wort. Olschewsky, der am Freitagabend zum Erstenmal an einem Umzug teilgenommen
hatte und es als "tolle Sache mitgelaufen zu sein" bezeichnete,
sagte, daß eine Beschaffung in der Größenordnung einer Viertelmillion
nicht einfach zu stemmen sei. Ferner dankte er der Wehr
für ihre Bereitschaft. Gemeinsam mit Horst Bauch überreichte er
einen Notfallrettungsrucksack, wie ihn sich die Wehr schon lange
Zeit gewünscht hatte.
Nach zwei kurzen Reden von Barabara van den Boom und dem Vertreter
der Firma Ziegler ludt die Wehr zu Speisen und Getränken
ein. Insgesamt war es eine gelungene Feierlichkeit.