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Fahrzeugübergabe des neuen LF 16, 23. August 2002


Feuerwehr Götzenhain erhält neues Löschfahrzeug

[ Neues LF 16 der Feuerwehr Götzenhain, 23.08.2002 ]

Am vergangenen Freitag, den 23. August 2002, wurde der Feuerwehr Götzenhain durch den Dreieich Bürgermeister Berthold Olschewsky das neue Löschgruppenfahrzeug LF 16 offiziell übergeben.

Die Übergabe erfolgte im Rahmen einer kleinen Feierlichkeit, zu der die Götzenhainer Wehr in das Gerätehaus in der Dietzen- bacher Straße eingeladen hatte. Neben dem Dreieicher Bürgermeister befanden sich unter den Gästen Barbara van den Boom als Vereinsvertreterin der Götzenhainer Ortsvereine, Stadtbrandinspektor Horst Bauch sowie ein Mitarbeiter der Firma Ziegler, der seinerzeit, als es noch um die Auswahl des Fahrzeuges ging, der Götzenhainer Wehr ein Musterfahrzeug präsentierte.

[ Neues LF 16 während dem Umzug durch Götzenhains Straßen, 23.08.2002 ]

Die Feierlichkeit begann um 19.00 Uhr zunächst mit einem kleinen Umzug durch die Straßen des Dreieicher Stadtteils Götzenhain, um den Bürgern das neue Fahrzeug zu präsentieren. Der gemeinsame Spielmannszug der Feuerwehren Götzenhain und Offenthal marschierte vorneweg, gefolgt von den Gästen, dem neuen Fahrzeug, der Einsatzabteilung und der Ehren- und Altersabteilung. Nach einer guten halben Stunde kehrte man schließlich wieder in das Feuerwehrhaus zurück.

[ Wehrführer Klepper, Bürgermeister Olschewsky und Standtbrandinspektor Bauch während dem Umzug, 23.08.2002 ]

Wehrführer Klaus Klepper schilderte in einer kurzen Rede zunächst die Biographie des alten LF 16. Es wurde 1973 noch von der damaligen Gemeinde Götzenhain beschafft und löste damals ein LF 15 aus dem Jahre 1944 ab. Der Preis für das 1973 erworbene Fahrzeug betrug ca. 120.000 DM, der Zuschuß vom Land Hessen betrug etwa 36.000 DM. Bürgermeister Tielmann sprach 1973 in seiner Rede, daß eine Feuerwehr gutes Gerät benötige, um ihren Auftrag ordentlich durchführen zu können. "Moderne Feuerwehren brauchen eine moderne Ausrüstung", so Tielmann. Das damalige Fahrzeug zählte mit seiner Ausstattung zum Besten, was auf dem Markt verfügbar war. Die Investition hatte sich gelohnt - befand sich das alte LF fast 30 Jahre im Dienst. Diese Tatsache wurde durch einen sorgfältigen Umgang und engagierte Gerätewarte erreicht. Mit dem neuen Fahrzeug möchte man die Tradition fortsetzen.

Bis das neue Fahrzeug beschafft werden konnte, vergingen etwa sieben Jahre. Bereits 1995 wurden erste Angebote einholt und entsprechende Haushaltsmittel beantragt. Im Jahr 2000 wurde mit dem Erarbeiten eines Fahrzeugkonzeptes begonnen. Als weitere Informationsquelle diente auch der Besuch der Fachmesse "Interschutz" in Augsburg.

Aufgrund der hohen Beschaffungssumme war eine europaweite Ausschreibung notwendig. Letztendlich ist es gelungen, ein Fahrzeug von hervorragender technischer Qualität trotz so manchen verwaltungstechnischen Hindernissen zu erhalten. Die Kosten für das neue LF betrugen etwa 380.000 DM, etwa 54.000 DM wurden durch das Land Hessen bezuschußt.

Klepper beschrieb weiterhin einige Details: der Aufbau stammt von der Firma Ziegler, einem traditionellen und führenden Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen aus Gingen bei Ulm. Eine moderne Aluminiumbauweise mit einem Profilsystem garantiert eine lange Lebensdauer und Flexibilität, was eventuelle zukünftige Änderungen an der Beladung angeht. Auf technische Spielereien wurde weitgehend verzichtet um die Anfälligkeit für Defekte so gering wie möglich zu halten. Auch beim Fahrgestell wurde großer Wert auf Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit von Service und Werkstatt gelegt. Das Resultat ergab ein Fahrgestell vom Typ Mercedes-Benz ATEGO mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 13,5 t.

Als die wesentlichen Ausrüstungsgegenstände seien neben den Löscharmaturen ein 1600 Liter fassender Wassertank, Schiebe- und Steckleitern, hydraulisches Rettungsgerät und ein Generator mit einer Leistung von 8 kW erwähnt. Den Gästen bot sich während der Feier die Gelegenheit, das neue Fahrzeug genauer zu besichtigen.

[ Interessierte Bürger besichtigen das neue LF 16 der Feuerwehr Götzenhain, 23.08.2002 ]

Wehrführer Klepper dankte anschließend Magistrat und Bürgermeister, die trotz angespannter Finanzlage die Beschaffung ermöglichten. Ebenso dankte er dem Stadtbrandinspektor für seine Bemühungen, stets das Beste zu bekommen. Die Beschaffung und Indienststellung neuer Fahrzeuge ist, so Klepper, inzwischen in anderen Kommunen leider keine Selbstverständlichkeit mehr. Gerade aber die Hochwasserkatastrophe in Ostdeutschland, zu der am vergangenen Samstag auch die Götzenhainer Feuerwehrleute Marco Engel und Carsten Lichtinghagen ausgerückt sind und die Ereignisse am 11. September 2001 haben gezeigt, wie wichtig leistungsfähige Feuerwehren sind. Der volkswirtschaftliche Schaden, der durch mangelhafte oder nichtvorhandene Ausrüstung entstehen kann, ist um ein Viel- faches höher als eine ersparte Summe.

Zum Abschluß seiner Rede wies Klepper darauf hin, daß der Verzehr von Speisen und Getränken umsonst sei, man aber im Rahmen der Aktion "Helfer helfen Helfern" des Deutschen Feuerwehrverbandes eine Sammelaktion durchführe.

[ Bürgermeister Olschewsky und Wehrführer Klaus Klepper, 23.08.2002 ]

Im Anschluß an Kleppers Rede kamen Dreieichs Bürgermeister Olschewsky und Standbrandinspektor Bauch zu Wort. Olschewsky, der am Freitagabend zum Erstenmal an einem Umzug teilgenommen hatte und es als "tolle Sache mitgelaufen zu sein" bezeichnete, sagte, daß eine Beschaffung in der Größenordnung einer Viertelmillion nicht einfach zu stemmen sei. Ferner dankte er der Wehr für ihre Bereitschaft. Gemeinsam mit Horst Bauch überreichte er einen Notfallrettungsrucksack, wie ihn sich die Wehr schon lange Zeit gewünscht hatte.

Nach zwei kurzen Reden von Barabara van den Boom und dem Vertreter der Firma Ziegler ludt die Wehr zu Speisen und Getränken ein. Insgesamt war es eine gelungene Feierlichkeit.




 
 

Erstellt am: 27.08.2002
Matthias Engler